Die Firmen TANIOBIS (vormals: H.C. Starck Tantalum & Niobium) und H.C. Starck Tungsten stiften abwechselnd den Preis für eine herausragende Dissertation auf dem Gebiet der anorganischen Festkörperchemie und Materialforschung. Der Preis wird jährlich durch die Fachgruppe Festkörperchemie & Materialforschung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) verliehen. Die Auszeichnung umfasst eine Verleihungsurkunde und ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro.
Deadline: 30. April 2025
Zielsetzung
Der Promotionspreis wird von der H.C. Starck Tungsten GmbH gestiftet und in der Regel alle zwei Jahre von der Fachgruppe Festkörperchemie & Materialforschung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) für die beste Promotionsarbeit auf dem Gebiet der Festkörperchemie und Materialforschung verliehen.
Der Preis
Die Auszeichnung ist verbunden mit einer Verleihungsurkunde und einem von der Firma H.C. Starck Tungsten gestifteten Preisgeld in Höhe von 5000 Euro. Im Rahmen welcher Konferenz die feierliche Verleihung stattfindet, wird in Kürze bekannt gegeben. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger wird eingeladen, die prämierte Arbeit in einem Kurzvortrag vorzustellen. Die Kosten für die Tagungsteilnahme trägt die Fachgruppe. Über die Preisvergabe entscheidet ein vom Fachgruppenvorstand berufenes Gutachtergremium. Der Preis kann geteilt werden.
Nominierungen
Vorschlagsberechtigt ist die jeweilige wissenschaftliche Betreuung. Die Dissertation muss zwischen dem 1. Mai 2024 und dem 30. April 2025 eingereicht worden sein. Der formlose Antrag enthält eine Begründung für den Nominierungsvorschlag (inklusive Kontaktdaten der zu Nominierenden) und die Dissertation selbst. Es wird darum gebeten, den Unterlagen eine Liste mit Publikationen, Tagungsbeiträgen, eingeladenen Vorträgen o.ä. Leistungen beizugeben.
Einreichung
Ihre Nominierung senden Sie bitte in elektronischer Form und zusammengefasst in einer PDF-Datei an die GDCh-Geschäftsstelle zu Händen Maike Fries.
Der TANIOBIS-Promotionspreis 2024 für Festkörperchemie und Materialforschung wurde anlässlich des GDCh Conference on Inorganic Chemistry am 17.09.2024 in München an Dr. Janine Richter verliehen:
"In Würdigung ihrer herausragenden, im Arbeitskreis von Prof. Dr. Michael Ruck an der Technischen Universität Dresden angefertigten Dissertation mit dem Titel: „Ionometallurgy for low-temperature metal synthesis from metal oxides“. Frau Dr. Richter beschreibt in Ihrer Dissertation einen neuen Ansatz zur nachhaltigen Gewinnung von Elementmetallen aus primären und sekundären Rohstoffen. In dem von ihr wissenschaftlich analysierten und optimierten Verfahren werden Metalloxide verschiedener Art bei moderaten Temperaturen in einer speziellen ionischen Flüssigkeit gelöst und anschließend direkt aus diesen Lösungen elektrochemisch abgeschieden. Da die ionische Flüssigkeit weder thermisch noch chemisch beeinträchtigt wird, kann sie wiederverwendet werden. Für den Gesamtprozess ergibt sich eine bestechend einfache und umweltfreundliche Bilanz: aus Metalloxid wird Metall und Sauerstoff. Damit demonstriert Frau Dr. Richter eindrucksvoll das Potenzial des ionometallurgischen Ansatzes als ressourcen- und energieeffiziente Alternative zu konventionellen metallurgischen Prozessen und legt den Grundstein für eine disruptive Innovation."
Der H.C. Starck Tungsten-Promotionspreis 2023 für Festkörperchemie und Materialforschung wurde anlässlich des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie am 4.09.2023 in Leipzig an Dr. Stephan Müssig verliehen.
"in Würdigung seiner herausragenden, im Arbeitskreis von Prof. Dr. Karl Mandel an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg angefertigten Dissertation mit dem Titel „Entwicklung von geeigneten Suprapartikeln als magnetische Identifikationsmerkmale“ für die darin beschriebenen richtungsweisenden Beiträge zur Synthese komplexer magnetischer Partikel und deren Ensemble-Fingerprint-Detektion mittels Magnetic Particle Spectroscopy, welche unter anderem zur magnetismusbasierten Aufzeichnung von Temperaturen genutzt werden kann".
Der TANIOBIS-Promotionspreis für Festkörperchemie und Materialforschung wurde anlässlich der 21. Vortragstagung für Anorganische Chemie am 28.09.2022 in Marburg an Dr.-Ing Janett Schmelzer und Dr. Nicolas Zapp verliehen.
Dr.-Ing. Janett Schmelzer "in Würdigung ihrer herausragenden, an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg angefertigten Dissertation mit dem Titel „Microstructure and properties of powder metallurgical manufactured V-rich V-Si-B alloys for high-temperature application“. Frau Dr. Schmelzer beschreibt in Ihrer Dissertation einen neuartigen Ansatz zur Darstellung verschiedener Legierungsvarianten vanadiumbasierter Mehrphasenwerkstoffe. Durch die Kombination des mechanischen Legierens mit der additiven Fertigung in Form des Laserauftragsschweißens und des selektiven Laserstrahlschmelzens im Pulverbett konnte Frau Dr. Schmelzer unbekannte, auf anderem Wege bislang nicht zugängliche Vanadium/Silizium/Bor-Komposite darstellen, konsolidieren und vollständig charakterisieren. Die von numerischen Simulationen gestützten Arbeiten stellen einen herausragenden Beitrag zur Entwicklung neuer Hochtemperaturwerkstoffe sowie zur Verbesserung des thermodynamischen Wirkungsgrades von Gasturbinen dar und eröffnen Möglichkeiten, die über die der Nickelbasis-Superlegierungen hinausgehen."
Dr. Nicolas Zapp "in Würdigung seiner herausragenden, an der Universität Leipzig angefertigten Dissertation mit dem Titel „Rare Earth Heteroanionic Hydrides with Secondary O2– , F– , and N3– Ions Related to the CaF2 and K2NiF4 Structure Types“. Herr Dr. Zapp beschreibt in seiner Dissertation die Synthese komplexer heteroanionischer Verbindungen der Seltenerdelemente. Eine entschei-dende Rolle spielt dabei das Hydrid-Ion, das durch die ähnlich großen Oxid-, Nitrid- und Fluorid-Ionen substituiert werden kann. Er entwickelt geeignete Synthesewege und es gelingt ihm durch die Kombination analytischer Methoden, die Positionen der Anionen in den Festkörpern akkurat zu bestimmen. Insbesondere die Kombination von Röntgen- und Neutronenbeugung führt zu qualitativ hochwertigen Strukturbe-stimmungen. Dr. Zapp trägt damit ganz erheblich zu unserem Verständ-nis einer sehr neuen Substanzklasse bei. Die Herleitung von Struktur-Eigenschaftsbeziehungen durch die Kenntnis des genauen Aufbaus wird durch theoretische Untersuchungen auf hohem Niveau unter¬stützt. Es ist abzusehen, dass die Ergebnisse weitere Arbeiten zu dieser Substanzklasse inspirieren werden, die zu neuartigen Materialien mit bisher nicht vorhersehbaren Eigenschaften führen."
Der H.C. Starck Tungsten-Promotionspreis, gestiftet von der Firma H.C. Starck Tungsten GmbH, für Festkörperchemie und Materialforschung wurde anlässlich des GDCh-Wissenschaftsforums Chemie 2021 an Dr. Lukas Mai und Dr. Philip Netzsch verliehen.
Herrn Dr. Lukas Mai in Würdigung seiner herausragenden Dissertation mit dem Titel: „Investigation of Amino-Alkyl Coordinated Complexes as New Precursor Class for Atomic Layer Deposition of Aluminum, Tin and Zinc Oxide Thin Films and their Application” für die darin beschriebenen richtungsweisenden Beiträge zur Entwicklung einer neuen Klasse von Präkursoren für die Abscheidung atomarer Lagen von binären Metalloxiden, insbesondere des Aluminiumoxides, bei niedrigen Temperaturen. Die Dissertation wurde im Arbeitskreis von Prof. Dr. Anjana Devi an der Ruhr-Universität Bochum angefertigt.
Herrn Dr. Philip Netzsch in Würdigung seiner herausragenden Dissertation mit dem Titel: „On Silicate-Analogous Materials – Synthesis and Characterisation of Novel Borosulfates“ für die darin beschriebenen richtungsweisenden Beiträge zur systematischen Erschließung einer großen Anzahl neuer Borosulfate, der Rationalisierung des synthetischen Zugangs sowie der Untersuchung faszinierender Struktur-Eigenschafts-Beziehungen. Die Dissertation wurde im Arbeitskreis von Prof. Dr. Henning A. Höppe an der Universität Augsburg angefertigt.
Der TANIOBIS-Promotionspreis (vormals: H.C. Starck Tantalum & Niobium-Promotionspreis) für Festkörperchemie und Materialforschung wurde anlässlich der Online-Vortragstagung für Anorganische Chemie 2020 an Dr. Pascal Cop verliehen in Würdigung seiner herausragenden Dissertation mit dem Titel: „CeO2-basierte Nanostrukturen als Modellkatalysatoren für die HCl-Oxidation“. Dr. Cops kreative, tiefschürfende und zukunftsweisende Arbeiten zu CeO2-basierten Nanostrukturen stellen exzellente Grundlagenforschung dar und adressieren zugleich ein sehr aktuelles und gesellschaftlich relevantes Thema, nämlich die Maximierung der Effizienz chemischer Reaktionen, welche zum Beispiel eine effiziente Abgasreinigung ermöglichen und in der Großindustrie unabdingbar sind. Die HCl-Oxidation spielt unter Umweltschutzaspekten eine sehr wichtige Rolle. Dr. Cops Untersuchungen zur Deaktivierung des Katalysators könnten in Zukunft zur Optimierung von Katalysatormaterialien für Massentechnologien und damit zur Nachhaltigkeit verschiedener chemischer Prozesse beitragen. Die Dissertation wurde in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Bernd Smarsly an der Justus-Liebig-Universität Gießen angefertigt.
Der H.C. Starck Tungsten-Promotionspreis 2019 für Festkörperchemie und Materialforschung wurde anlässlich des GDCh-Wissenschaftsforums 2019 in Aachen zu gleichen Teilen an Dr. Heidi Schwartz und Dr. Simon Kloß vergeben.
Dr. Heidi Annemarie Schwartz erhielt den Preis für ihre herausragende Dissertation mit dem Thema „Metal-Organic Frameworks as Crystalline Porous Hosts for Photoactive Molecules“ und für die darin beschriebenen richtungsweisenden Arbeiten zu Struktur-Eigenschafts-Beziehungen metallorganischer Gerüstverbindungen als kristalline, poröse Wirtstrukturen für photoaktive Moleküle.
Dr. Simon David Kloß wurde für seine herausragende Dissertation mit dem Thema „The High-Pressure Metathesis Route for the Preparation of Rare-Earth and Transition Metal Nitridophosphates” und für die darin beschriebenen richtungsweisenden Entdeckungen im Bereich der Seltenerd- und Übergangsmetallnitridophosphate sowie für die Entwicklung einer bahnbrechenden neuen Methode der Hochdruckmetathese zur Erschließung neuer Bereiche in der Nitridophosphatchemie geehrt.
Jahr | Preisträger:in | Affiliation zum Zeitpunkt der Verleihung | Promotionspreis |
2024 | Dr. Janine Richter | Technische Universität Dresden | TANIOBIS |
2023 | Dr. Stephan Müssig | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg | H.C. Starck Tungsten |
2022 | Dr.-Ing. Janett Schmelzer Dr. Nicolas Zapp | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Universität Leipzig | TANIOBIS |
2021 | Dr. Lukas Mai Dr. Philip Netzsch | Ruhr Universität Bochum Universität Augsburg | H.C. Starck Tungsten |
2020 | Dr. Pascal Cop | Justus-Liebig-Universität Gießen | TANIOBIS |
2019 | Dr. Simon David Kloß Dr. Heidi Annemarie Schwartz | Ludwig-Maximilian-Universität München Universität zu Köln | H.C. Starck Tungsten |
2018 | Dr. Sebastian Bette Dr. Chia-Chin Chen | Technische Universität Bergakademie Freiberg Universität Stuttgart | H.C. Starck Tantalum & Niobium |
2016 | Dr. Martin Heise Dr. Martin Oschatz | Technische Universität Dresden Technische Universität Dresden | H.C. Starck |
2014 | Dr. Pascal Hartmann Dr. Michael Schöneich | Justus-Liebig-Universität Gießen Technische Universität Dresden | H.C. Starck |
2012 | Dr. Matthias Kellermeier Dr. Saskia Stegmaier | Universität Regensburg Technische Universität München | H.C. Starck |
2010 | Dr. Bernhard Wahl | Technische Universität Dresden | H.C. Starck |
2008 | Dr. Florian M. Stadler | Ludwig-Maximilian-Universität München | H.C. Starck |
2006 | Dr. Martin Wilkening | Universität Hannover | H.C. Starck |
2004 | Dr. Stefan Schlüter | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn | H.C. Starck |
2002 | Dr. Anja Verena Mudring | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn | H.C. Starck |
2000 | Dr. Hubert Huppertz Dr. Andreas Leineweber Dr. Ulrich Steinbrenner | Ludwig-Maximilian-Universität München | H.C. Starck |
1997 | Dr. Matthias Conrad Dr. Ingrid Denk | Philips-Universität Marburg | H.C. Starck |
1995 | Dr. Claus Feldmann Dr. Frank Thomas Lange | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn | H.C. Starck |
zuletzt geändert am: 15.05.2024 16:07 Uhr von C.Kniep