Beitrag von Ralf Ludwig im aktuellen Bunsen-Magazin

Wissenschaft unter Druck: Gefahren erkennen und handeln

Karin J. Schmitz

21.05.2026
Wissenschaft unter Druck: Gefahren erkennen und handeln

Prof. Dr. Ralf Ludwig warnt in der aktuellen Ausgabe des Bunsen-Magazins vor zunehmenden Angriffen auf Wissenschaft und Forschung. Er betrachtet internationale Entwicklungen, etwa in den USA oder Ungarn, und analysiert konkrete Gefährdungen in Deutschland.

Wissenschaftsfreiheit bedeutet nicht nur, alles sagen zu dürfen, sondern Forschungsthemen, Methoden und die Kommunikation von Ergebnissen frei von politischem Druck wählen zu können. Sie ist in Deutschland durch Art. 5 Abs. 3 GG geschützt und ein Grundpfeiler einer offenen, demokratischen Gesellschaft.

Ludwig beschreibt, dass wissenschaftliche Einrichtungen und Forschende zunehmend Ziel politischer Angriffe werden, insbesondere dort, wo Forschung gesellschaftlich sensible oder politisch relevante Themen berührt: Klimaforschung, Gender Studies, Demokratie- und Migrationsforschung, Erinnerungskultur, Virologie und Epidemiologie. Ziel solcher Angriffe ist es, Vertrauen in wissenschaftliche Expertise zu untergraben und politische Einflussnahme auf Forschung zu legitimieren.

Er beschreibt eindrücklich die durch Wahlprogramme, Anträge und parlamentarische Anfragen dokumentierten Pläne der AFD, sollte sie auf Bundes- oder Landesebene Regierungsverantwortung übernehmen. Kürzungen von Fördermitteln, die Schwächung ganzer Forschungsfelder, politische Einflussnahme auf Förderinstitutionen, Eingriffe in die internationale Zusammenarbeit und eine zunehmende Kontrolle von Hochschulen und Forschungseinrichtungen wären mutmaßliche Folgen. Wissenschaftliche Exzellenz könnte durch ideologische Kriterien ersetzt werden.

Als Antwort formuliert Ludwig einen 10-Punkte-Plan für mehr Resilienz in der Wissenschaft: darunter mehr Solidarität und Vernetzung in der Wissenschaft, verlässliche Grundfinanzierung, klare öffentliche Positionierung, bessere Wissenschaftskommunikation, Transparenz über wissenschaftliche Arbeitsweisen und ein klares Bekenntnis zu Internationalität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Seine Botschaft: Wissenschaft ist politisch. Wo Fakten geleugnet, Forschung diffamiert und Freiheit eingeschränkt werden soll, muss sich die Wissenschaft zu Wort melden.
Zum Beitrag im Bunsen-Magazin

Prof. Dr. Ralf Ludwig, Lehrstuhl für Allgemeine Physikalische und Theoretische Chemie der Uni Rostock, ist Schriftleiter des Bunsen-Magazins, der Zeitschrift der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie (DBG). Er engagiert sich zudem in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen in der GDCh.

GDCh und DBG sind freundschaftlich verbunden und arbeiten in verschiedenen Bereichen zusammen.

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